TI-Anschluss in der Physiotherapie & Pflicht zur Digitalisierung [Frist + Kosten]


Pia Höllwig (TI- und Branchenexpertin)
09.02.2026  |  22 Kommentare

TI-Anschluss in der Physiotherapie & Pflicht zur Digitalisierung [Frist + Kosten]


Pia Höllwig (TI- und Branchenexpertin)
09.02.2026 | 22 Kommentare

Ab wann die Pflicht zur Digitalisierung und zum TI-Anschluss in der Physiotherapie gilt und welche Schritte jetzt wichtig sind, zeigt dir dieser TI-Leitfaden.

Digitalisierung und TI-Pflicht kompakt

Ab wann gilt die Anschlusspflicht an die TI?

  • Am 6. November 2025 wurde die Verschiebung der Anschlusspflicht auf den 1. Oktober 2027 beschlossen.
  • Das aktuelle Gesetz ist noch nicht veröffentlicht (Stand 6.11.2025).
  • Die Verschiebung ist umstritten. Der VPT fordert ein Festhalten an der aktuellen Frist und kritisiert die Verschiebung als wirtschaftlich und organisatorisch kontraproduktiv.  

Was ist die Telematikinfrastruktur?

Die TI ist das digitale Netzwerk, das alle Akteure im Gesundheitswesen miteinander verbindet, z. B. für sichere und schnelle Kommunikation mit Arztpraxen. Und sie ist der Grund, warum Physiotherapiepraxen quasi eine Pflicht zur Digitalisierung haben.

🗨 Live-Chat: Kurze Frage zum TI-Anschluss?

z. B.  Bekomme ich die Kosten für den eHBA erstattet und wenn ja wann?

Antworten sofort aus diesem Artikel

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Wenn deine Praxis bereits digital arbeitet, ist der Anschluss für dich kostenneutral. Das zumindest gilt für den TI-Anschluss über thevea. Die monatliche Kostenerstattung deckt den Anschluss, das Kartenlesegerät und die TI-Zugangskarten ab.

Wenn du noch analog unterwegs bist, bieten wir dir eine einfache und besonders günstige Praxissoftware – denn die Software wird nicht refinanziert.

Gesamtkosten inkl. Zugangskarten

221,61 €

Rechnerische Brutto-Kosten pro Monat, gerechnet auf 5 Jahre. Kartenlesegerät: einmalig 593.81 €, TI-Karten 1.045 Euro, zahlbar einmalig, jährlich oder quartalsweise. TI-Anschluss: 194,30 € mtl.

221,61 €

Erstattung TI-Anschluss (Refinanzierung)

221,74 €

Rechenbeispiel für eine Physiotherapie-Praxis mit einem eHBA auf Basis der vereinbarten, quartalsweisen Refinanzierung im Jahr 2026 durch den GKV-Spitzenverband. 

221,74 €

Da die Zahlungs- und Erstattungszeitpunkte unterschiedlich sind, haben wir für eine bessere Vergleichbarkeit alle Beträge pro Monat ausgewiesen und gerundet.

Was brauche ich für den TI-Anschluss?

  • Internetanschluss, PC/Laptop/Tablet, TI-Anwendung oder TI-fähige Praxissoftware
  • TI-Anschluss
  • Heilberufsausweis (eHBA) und TI-Zugangskarte (SMC-B)
  • Kartenlesegerät (beim Anschluss dabei)

Wann kommt die E-Verordnung?

Die elektronische Heilmittelverordnung wird nach aktuellem Stand 2028 verpflichtend eingeführt. Der offizielle Fahrplan sieht bereits im Jahr 2027 Pilotphasen vor, in denen die ersten E-VOs in der Praxis ankommen können.


Wie funktioniert die E-Verordnung?

Künftig erfasst du GKV-Verordnungen, indem du einen QR-Code scannst oder die Gesundheitskarte deiner Patientinnen und Patienten in dein Kartenlesegerät steckst. Das kennst du vielleicht schon vom E-Rezept in der Apotheke. 

Die Leistungsbestätigung erfolgt ebenfalls digital - z. B. durch eine digitale Signatur auf dem Smartphone oder Tablet.

TI in der Physiotherapie: Pflicht, Chance oder Stolperstein?

Podcast mit Steffen Gabriel (stellvertretender Bundesgeschäftsführer des VPT) und Lauritz Angerstein (Geschäftsführer thevea)

Das ändert sich in deiner Physiotherapie-Praxis

Die Telematikinfrastruktur klingt für viele erst einmal nach theoretischer Pflicht. Und das stimmt sogar: Sie ist für alle Akteure im Gesundheitswesen verpflichtend

Doch mit dem richtigen Hintergrundwissen werden die Vorteile für dich und deine Praxis klarer und der Weg in die TI einfacher.

Die TI hat ein großes, übergeordnetes Ziel: Sie soll alle Akteure im Gesundheitswesen digital und sicher vernetzen.

Das heißt, dass langfristig alle Ärzt:innen, Krankenhäuser, Apotheken, Pflegeinstitutionen, Heilmittelerbringer:innen und andere Gesundheitseinrichtungen an die TI angeschlossen sein werden.

Unsere Umfrage unter knapp 400 Praxen zeigt, dass die meisten noch keine Meinung haben oder neutral bis positiv eingestellt sind. Rund 30 Prozent der Teilnehmenden kam aus Praxen, die noch analog arbeiten.

Infografik, die zeigt, dass die Mehrheit der Heilmittelpraxen der Telematikinfrastruktur neutral oder positiv gegenüber stehen

Geräte und Komponenten in deiner Praxis

Das brauchst du in deiner Praxis, um die TI nutzen zu können: 

  • Internetanschluss 
    Du benötigst eine schnelle, stabile Internetverbindung. Ob DSL oder Kabel ist dabei egal. Mobile Daten reichen nicht aus, da sie nicht so verlässlich sind. 
  • PC, Laptop oder Tablet
    Welches Gerät du nutzt, ist egal, solange deine TI-fähige Software darauf läuft.
  • Praxissoftware oder TI-Anwendung
    Die Software ist nicht Teil der Refinanzierung. Deswegen bieten wir mit Paketen für 39,90 € netto (thevea Starter) bzw. 69,90 € netto (thevea Pro) monatlich einen besonders günstigen Einstieg. 
  • eHBA
    Den eHBA benötigst du zunächst nur dafür, deine SMC-B für deine Praxis zu beantragen. Weitere Anwendungsfälle gibt es aktuell noch nicht für Heilmittelerbringer:innen. Er kann aber später zum Beispiel der elektronischen Signatur dienen.
  • TI-Zugangskarte SMC-B
    Die SMC-B steckst du wie eine SIM-Karte in dein Kartenlesegerät. Pro Praxisstandort benötigst du erst einmal nur eine.
  • Kartenlesegerät
    Das Kartenlesegerät ist in deinem TI-Anschluss enthalten. Die SMC-B steckt dauerhaft im Gerät und verifiziert den TI-Anschluss. Das Gerät liest außerdem die elektronische Gesundheitskarte deiner Patient:innen ein. 

Und so sehen die TI-Komponenten aus

eHBA

Beispiel eines elektronischen Heilberufeausweises (eHBA)

Mit dem elektronischen Heilberufsausweis beantragst du die TI-Zugangskarte für deine Praxis.

SMC-B

Beispiel für eine TI-Zugangskarte (SMC-B)

Die SMC-B deiner Praxis ist deine "Zugangskarte" zur Telematikinfrastruktur.

Kartenlesegerät

Ein Kartenlesgerät, das Teil des Anschlusses an die Telematikinfrastruktur ist

Die SMC-B steckst du in das Kartenlesegerät, das du als Teil des TI-Anschlusses bekommst.


Vorteile der TI 

Papierkram, Drucker, Faxgeräte, Briefe frankieren und Co. gehören schon bald der Vergangenheit an.

Künftig verschickst du Therapieberichte, Verordnungskorrekturen oder Rückfragen zu Patient:innen einfach via KIM an die verordnende Arztpraxis. Und im zweiten Schritt erfasst du Verordnungen 100 % digital.

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Klickdemo

TI zum Angucken

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 TI zum Angucken
in 8 Klicks

Los geht's

Nach dem Start das Gerät drehen

Deine Patient:innen profitieren, weil ihre Gesundheitsdaten sicher zwischen Ärzt:innen, Therapeut:innen und anderen Behandelnden ausgetauscht werden können.

Das erleichtert die Abstimmung der Behandlung. Auch Rezepte und Verordnungen sind digital verfügbar, sodass weniger Wege und Papier nötig sind.

Über den zentralen Verzeichnisdienst kannst du super einfach alle anderen Akteur:innen im Gesundheitswesen finden und sofort auf sicherem Wege kontaktieren.


Gesetzliche Fristen

Jetzt wird es einmal kurz juristisch: Der § 360 im SGB V legt nämlich fest, wann deine Praxis an die TelematikInfrastruktur angeschlossen sein muss.

Der Bundestag hat am 6. November 2025 beschlossen, die Anschlusspflicht vom 1.1.2026 auf den 1.10.2027 zu verschieben. Das neue Gesetz ist noch nicht veröffentlicht (Stand 6.11.2025). 

Wichtig: Die Finanzierungsvereinbarung gilt wie bisher, die Gesetzesänderung hat darauf keinen Einfluss.

Die Verschiebung ist unter den Interessenvertretungen umstritten. Während einige Heilmittelverbände den Schritt begrüßen, sehen ihn andere als wirtschaftlich und organisatorisch kontraproduktiv.

Die Vorbereitung mache ich lieber in Ruhe. Das ist auch unsere Empfehlung als Verband. Es gibt jetzt eine Debatte über eine Verschiebung. Das halte ich nicht für zielführend. Der Mehrwert ist da, auch jetzt schon. Wir haben KIM, wir haben die Möglichkeit, zu kommunizieren. Alle Vorteile kann das System aber natürlich erst ausspielen, wenn alle angeschlossen sind.

Steffen Gabriel
Stellvertretender Bundesgeschäftsführer des VPT im Podcast "Praxis Vibes"
▶ Ganze Folge anhören

Was mache ich wann? TI-Fahrplan

Meine persönliche Empfehlung lautet: Je früher du dich auf den Weg Richtung TI machst, desto entspannter wird es für dich.

Noch abwarten
  • Jetzt kein Aufwand
  • Aufwand später, wenn alle wirklich müssen --> weniger Zeit für persönlich Hilfe
  • Kopf lange Zeit nicht frei
  • Verzicht auf sofortigen TI-Vorteil (Kommunikation mit Ärzten)
  • Stress, wenn der Gesetzgeber den Druck erhöht
Jetzt aktiv werden
  • Kopf frei – Haken dran
  • Persönliche Hilfe mit Ruhe & Zeit
  • Sofortiger TI-Vorteil: Schnellere Kommunikation mit Ärzten
  • Kein Stress, wenn der Gesetzgeber den Druck erhöht
  • Aufwand jetzt, aber mit viel Unterstützung von thevea 

Jetzt

  1. Falls du aktuell noch ohne Praxisverwaltungssoftware arbeitest, ist das zunächst der wichtigste Schritt. Plane ausreichend Zeit für die Suche und Einrichtung ein, besonders dafür, dich mit der Anwendung vertraut zu machen.
  2. Bestellung TI-Anschluss
  3. Beantragung und Bestellung der TI-Zugangskarten eHBA und SMC-B
  4. Anschluss an die TI & Antrag auf Refinanzierung

Ich muss mit dem Praxisverwaltungssystem klarkommen. Das sollte ich testen. Wenn ich unzufrieden bin, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, den Softwareanbieter zu wechseln.

Steffen Gabriel
Stellvertretender Bundesgeschäftsführer des VPT im Podcast "Praxis Vibes"
▶ Ganze Folge anhören

Danach

Du kontaktierst Arztpraxen über die Telematikinfrastruktur aus deiner TI-Anwendung oder Praxissoftware heraus.

2027/28

Du erfasst E-Verordnungen über das Kartenlesegerät, dass dir mit dem TI-Anschluss zur Verfügung gestellt wird. Die Verordnungen prüfst und verarbeitest du über deine Praxissoftware.