Kommunikation im Medizinwesen:
KIM und TIM

Medizinische Berichte, Gutachten, Arztbriefe und Therapieempfehlungen für Patient:innen enthalten hochsensible Daten, die auf keinen Fall in die falschen Hände geraten dürfen. Um genau das sicher zu stellen gibt es das Kommunikationssystem von TI, auch bekannt als KIM.

Die Abkürzung “KIM” steht für Kommunikation im Medizinwesen und ist der Nachfolger von KOM-LE. KIM sorgt dafür, dass alle Informationen sicher verschlüsselt sind und nur dorthin geschickt werden, wo sie hingehören. Auf einen Blick geht es bei KIM um den vertraulichen, verschlüsselten und zuverlässigen Transfer von sensiblen medizinischen Daten zwischen Einrichtungen, Sektoren und Fachgebieten.

Kommunikation im Medizinwesen: So funktioniert es

Der behandelnde Arzt Dr. Martin möchte seine Patientin Frau Meier an einen anderen Fachkollegen überweisen. Zu diesem Zweck wird ein Brief des Arztes, der alle Untersuchungsergebnisse und Dokumente enthält, sicher verschlüsselt über eine KIM-Mailadresse verschickt. Am "anderen Ende der Leitung" hat nur die Person Zugang zu den Daten, an die sie gesendet und somit zugeordnet wurden. Alle KIM-Teilnehmenden müssen sich in der TI authentifizieren und sind dort in einem zentralen Adressbuch gespeichert. So wird sichergestellt, dass nicht lange nach der richtigen E-Mail-Adresse gesucht werden muss und die Informationen nicht versehentlich an falschen Empfänger:innen geschickt werden. Nur von der gematik zugelassene Anbieter können KIM-Software anbieten. 

Die zentralen TI-Anwendungen, bei denen KIM in’s Spiel kommt, sind derzeit der elektronische Arztbrief (eArztbrief) und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Bei beiden Anwendungen geht es mit KIM vor allem darum, dass Prozesse jetzt wesentlich schneller laufen können - denn das Eintüten, Frankieren, der Postweg und das Einholen von händischen Unterschriften fällt weg.

Die Vorteile von KIM

  • Datenschutz und hohe rechtliche Sicherheit
  • Vertraulichkeit sensibler Daten
  • Identitätskontrolle
  • Schutz vor Fälschungen
  • erhöhte Geschwindigkeit beim Austausch von Daten und Zeitersparnis
  • Einheitliche Standards über alle Institutionen hinweg

Die Ergänzung zu KIM: Der TI-Messenger TIM

Für den Sommer 2022 ist neben KIM, was vorrangig ein E-Mail-Tool ist, ein sicherer und ortsunabhängiger Kurznachrichtendienst geplant. Mit dem TI-Messenger (TIM) sollen dann auch in Echtzeit Informationen verschickt werden können. Das ist gerade für kurzfristige Rückfragen zu medizinischen Dokumenten, einer vorherigen Diagnose oder einer Therapieeinheit hilfreich. Haben Heilmittelerbringer:innen beispielsweise neue Patient:innen, die nach einem Unfall zu ihnen in die Physiotherapie kommen, dann können sie mit TIM Rückfragen in Zukunft direkt mit den behandelnden Chirurg:innen bzw. Fachkräften klären.

Rechtliche Grundlage für den neuen TI-Messenger TIM ist das Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) von 2021, was den Auftrag beinhaltete, KIM um einen Sofortnachrichtendienst zu erweitern. Die Nutzung von TIM soll für die Akteur:innen im Gesundheitswesen freiwillig sein.

Selbstständige können sich für den TI-Messenger mit ihrem elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) registrieren. Institutionen erhalten mit ihren SMC-B-Karten Zugang zu TIM und können so auch ihren Mitarbeitenden den TI-Messenger zur Verfügung stellen. Das kann besonders für Heilmittelerbringer:innen mit/in eigenen Praxen hilfreich sein, um die interne Kommunikation einfacher und rechtssicher zu gestalten. Wichtige medizinische Informationen können so z.B. schnell per Broadcast-Nachricht an das gesamte Team geschickt werden, ohne dass jemand Sicherheitsbedenken bei sensiblen Daten haben muss. Über TIM können aber auch virtuelle Fallbesprechungen im Team stattfinden oder Aufgaben im Team geplant und verteilt werden.

Auch für diejenigen, die beispielsweise für Hausbesuche viel unterwegs sind, soll TIM den Alltag enorm erleichtern. Hier sind SMS via TIM häufig der schnellere und zeitsparende Weg der Kommunikation, als erst vom Laptop eine E-Mail über KIM zu schicken - gerade wenn es nur um kurze Themen geht oder eine wichtige Rückfrage. Wichtig: TIM soll KIM keinesfalls ersetzen, sondern dort sinnvoll ersetzen, wo es für Absprachen keine langen E-Mails vom Praxiscomputer braucht, sondern eine kurze Rückfrage per SMS ausreicht.

Die Vorteile von TIM

  • Kommunikation in Echtzeit
  • Interne Kommunikation (z.B. im Praxisteam), externe Kommunikation (z.B. MFA Praxis A mit Krankenschwester in Krankenhaus B) und Gruppenkommunikation
  • Sicherer Versand wichtiger Informationen von unterwegs
  • Einfach in der Handhabung als Desktop- und Mobil-Anwendung
  • Vereinfachte interner Kommunikation beim Anschluss aller Mitarbeitenden (z.B. einer Ergotherapiepraxis)
  • Kommunikation über Anbieter bzw. Berufsgruppen hinweg

Aktuelle Entwicklungen und Ausblick

Vertical Timeline
Mitte / Ende 2022

Die ersten TIM-Dienste

Eine Echtzeit-Kommunikation soll dann zwischen verschiedenen medizinischen Akteur:innen möglich sein und den Arbeitsalltag nach KIM noch einmal deutlich erleichtern. Es wird nicht einen zentralen TI-Messenger geben, sondern verschiedene Anbieter. Der große Unterschied - und damit Vorteil - ist es aber, dass diese TI-Messenger untereinander interoperabel sein müssen, das heißt eine Kommunikation zwischen allen Diensten ist sichergestellt. In der Praxis heißt das, dass alle TIM-Nutzer:innen seine bzw. ihre Anbieter frei wählen können.

Ab Januar 2023

Auch Patient:innen profitieren von TIM

TIM soll über die App der eigenen Krankenkasse nutzbar sein. Dort wo jetzt bereits ein Zugriff auf die eigene elektronische Patientenakte (ePA) möglich ist, soll im kommenden Jahr auch ein Austausch mit medizinischen Akteur:innen möglich sein. Eine separate App braucht es dafür nicht. Über diese App sollen Patient:innen dann beispielsweise einen allgemeinen Praxisaccount ihrer Hausärzt:innen kontaktieren können, wo medizinische Fachangestellte Fragen beantworten und weiterhelfen.

Ab 2024

Ausbau von TIM

In einer dritten Ausbaustufe von TIM soll die Möglichkeit geschaffen werden, einen Videochat zwischen Leistungserbringer:innen und Patient:innen bereitzustellen.

Weitere Informationen zu den Themen KIM und TIM sind auch den Fachseiten der gematik zu finden:

Hier geht’s zu KIM

Hier geht’s zu TIM

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